05.04.2018 HPE, Huawei, IBM, und SAP sind sicher mit dabei

Was bringt die Cebit 2018?

Von: Ina Schlücker

In knapp zwei Monaten öffnet die „neue“ Cebit in Hannover ihre Tore. Man darf gespannt sein, wie sich die einst weltweit größte Fachmesse rund um Informations- und Kommunikationstechnologien neu aufstellen wird und vor allem, inwieweit das Konzept von Ausstellern, Teilnehmern und Besuchern angenommen wird.

  • Cebit 2018: Digitalisierung und Digitale Transformation

    Ein Hauptaugenmerk der Cebit-Macher liegt in diesem Jahr auf Themen wie Digitalisierung und Digitale Transformation.

  • Kerstin Köder, SAP Deutschland

    „Unser 60 Meter hohes Riesenrad wird einer der Höhepunkte der Cebit 2018 sein“, berichtet Kerstin Köder von SAP Deutschland.

  • Qiu Heng, Huawei Technologies

    Qiu Heng, President of Global Marketing bei Huawei Technologies

  • Andreas Keiger, Rittal

    Andreas Keiger, Executive Vice President IT Infrastructure bei Rittal: „Für die Aussteller war es wichtig, ein zeitgemäßes Format für die Cebit zu finden.

  • Martin Große, Microsoft

    Martin Große, Chief Marketing Officer bei Microsoft Deutschland

Wenn vom 11. bis 15. Juni 2018 in Hannover der Startschuss für die nächste Cebit fällt, soll vieles anders laufen als in den Jahren zuvor. Angestaubte, halbleere Hallen mit Ausstellern in grauen „Hasenkisten“ scheinen der Vergangenheit anzugehören. Vielmehr will sich die Veranstaltung bunter, emotionaler, frischer und spektakulärer geben. Damit letzteres gelingt, betreibt beispielsweise SAP ein Riesenrad auf dem Messegelände. Während der Fahrt kann man dann nicht nur die Dächer der Messehallen bewundern, sondern auch mehr über die Software der Walldorfer erfahren. „Unser 60 Meter hohes Riesenrad wird einer der Höhepunkte der Cebit 2018 sein – weil es nicht alltäglich ist. In den 40 Kabinen können die Besucher Showcases erleben und mit Experten aktuelle Themen wie Digitalisierung, Machine Learning und Internet of Things diskutieren oder sich über SAP-Innovationen wie Leonardo austauschen“, erklärt Kerstin Köder, Vice President Marketing bei SAP Deutschland, die Hintergründe.

Weitere Unterhaltung verspricht auch das Rahmenprogramm der Messemacher. So gibt es Konzerte mit dem Deutsch-Hip-Hopper Jan Delay und den Bands Giant Rooks und Digitalism. Generell soll der sogenannte D!campus unter dem Expo-Dach Digitalisierung und Kultur vereinen und einen Rahmen für Networking und Interaktion bis in die Abendstunden ermöglichen. Das umfangreiche Programm spreche alle Sinne an und schaffe Raum für emotionale Erlebnisse, digitale Showcases und kulturelle Inszenierung, so der Veranstalter Deutsche Messe AG.

Nicht nur Spaß und Vergnügen

Vor diesem Hintergrund hört sich die „neue“ Cebit zunächst nach jeder Menge Spaß und Vergnügen an. Doch auch „ernsthafte“ Business-Themen sollen nicht zu kurz kommen. Im Zuge dessen legt der Veranstalter – wie heutzutage wohl die meisten Event-Macher – sein Augenmerk auf einschlägige Themen wie Digitalisierung und Digitale Transformation. Im Fokus stehen in Hannover aktuelle Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Augmented und Virtual Reality, Sicherheit, Blockchain, Drohnen, Future Mobility oder Human Robotics.

Um Produkte und Einsatzszenarien rund um diese Themen präsentieren zu können, wird es auch in diesem Jahr klassische Ausstellungshallen geben. Allerdings bleiben die Hallen 2 bis 9, in denen in der Vergangenheit diverse Ausstellungsschwerpunkte zu betriebswirtschaftlicher Software oder IT-Sicherheit lagen, diesmal geschlossen. Im Mittelpunkt stehen nunmehr die Hallen 11 bis 13, die Messeflächen rund um Infrastrukturen, IT-Sicherheit oder Consumer Electronics beherbergen werden. In den Hallen 14 bis 17 dreht sich alles um Software – angefangen bei Analytics über Cloud Computing bis hin zu Open Source. Desweiteren sind die Hallen 25 bis 27 mit Future Mobility, Job-Foren oder Virtual Reality belegt.
 
Soweit so gut. Doch welche IT-Unternehmen trifft man in Hannover an? Mittlerweile haben zahlreiche Anbieter ihre Teilnahme zugesagt, darunter wie bereits erwähnt die SAP AG. „Die Cebit ist auch dieses Jahr wieder ein wichtiges Event für uns. Das neue Datum geht bekanntlich mit neuem Konzept einher und wir sind gespannt, wie es angenommen wird. Wir freuen uns auf die Teilnahme an der Veranstaltung und werden mit unserem ‚Jahrmarkt der Innovationen’ ein neues Ausstellungskonzept präsentieren“, erläutert Kerstin Köder. Die Neuausrichtung sehen die Walldorfer positiv: Es bringe frischen Wind in die Sache und sei eine Chance, die Veranstaltung weiterzuentwickeln. „Zudem bietet es viel Raum für Kreativität und die Möglichkeit, das Event für ein noch größeres Publikum interessant zu machen, da zusätzlich zum ‚Stammpublikum‘ gerade auch kreative Start-ups und Entwickler angesprochen werden“, so Köder weiter.
 
Neben SAP wird der chinesische Anbieter Huawei vor Ort sein. „Für uns bietet die Cebit die Gelegenheit, Innovationen und neue Lösungen zu präsentieren, Kunden zu treffen, mit Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen, Medienvertreter zu informieren und Industrieexperten zu erreichen. Dies wird sich auch mit dem neuen Messekonzept nicht ändern“, betont Qiu Heng, President of Global Marketing bei Huawei Technologies. Konkret geplant ist ein Stand in Halle 13, wobei man wie in den Jahren zuvor zu den größeren Ausstellern der Veranstaltung zählen wird.
 
Ebenfalls wie in früheren Jahren wird der IT-Infrastrukturspezialist Rittal aus Herborn mit eigenem Stand vertreten sein. Nach den Gründen befragt, betont Andreas Keiger, Executive Vice President IT Infrastructure bei Rittal: „Für die Aussteller war es wichtig, ein zeitgemäßes Format für die Cebit zu finden. Die Verbindung von Business und Entertainment ist ja nicht neu. In früheren Zeiten gab es schon bemerkenswerte Auftritte. Ich erinnere mich an einen von Pink.“ Laut Rittal ist es vor allem das Gesamtkonzept, das die Veranstaltung für Besucher attraktiv macht. Denn durch die Mischung aus Fachausstellung und entspannter Atmosphäre werde die Cebit lebendiger, sodass es mehr Anknüpfungspunkte für Gespräche auch außerhalb der üblichen Messestände gebe.

Was ist mit Microsoft und der Telekom?

Nicht zuletzt haben weitere große IT-Anbieter wie HP Enterprise oder IBM ihre Teilnahme angekündigt. Daneben werden ERP-Anbieter wie Asseco Solutions AG oder Implexis ebenso vor Ort sein wir der Lizenzmanagement-Spezialist Fair Computer Systems (FCS).
 
Wie in der Vergangenheit gibt es allerdings auch diesmal die eine oder andere Absage von Branchengrößen, die sich im Frühsommer nicht in Hannover präsentieren werden. „Wir werden 2018 wie schon im vergangenen Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der Cebit vertreten sein“, erklärt Martin Große, Chief Marketing Officer bei Microsoft Deutschland. Stattdessen fokussiere man sich verstärkt auf Branchen, die für den Industriestandort Deutschland und insbesondere für das eigene Unternehmen große Entwicklungsperspektiven bieten. „Wir werden uns beispielsweise auf der Hannover Messe, SPS IPC Drives, eWorld oder It-sa engagieren. Insgesamt planen wir für das Jahr 2018 mehr als 250 zum Teil vertikale Events, darunter vor allem digitale Veranstaltungen wie Konferenzen, Webinare, Hackathons und Webcasts“, so Große weiter.
 
Ebenfalls abgesagt hat Fujitsu. Auch hier liegt der Fokus auf anderen bzw. eigenen Veranstaltungskonzepten wie dem alljährlich im November in München stattfindenden „Fujitsu Forum“. Eine offizielle Ab- oder Zusage für eine Teilnahme an der Cebit gibt es – Stand Anfang April – auch von der Telekom Deutschland GmbH (noch) nicht. Nicht nur bei der Telekom, sondern auch hinsichtlich anderer IT-Firmen darf man gespannt sein, was sich in den nächsten knapp acht Wochen quasi noch auf den letzten Drücker hinsichtlich einer Cebit-Teilnahme bewegen wird.
 
Bildquellen: Deutsche Messe AG, SAP, Huawei, Rittal, Microsoft

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